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Mein Gott, Samson, dachte ich bei mir, wie konntest du nur heil diesem Massaker
entkommen. Und als hätte er meine Gedanken erraten, fügte er noch:
"No problem" hinzu und begann wieder über das ganze Gesicht zu grinsen.
Das waren übrigens seine Standartantworten:
"No problem" und "ich weiß schon."
Als nächstes besorgte ich mir Lehrmaterial in englischer Sprache
und beide freuten wir uns in der Folgezeit, dass es mit der Verständigung bei jedem Treffen besser klappte. Jetzt musste ich ihm nur noch den Unterschied zwischen Autofahren in Ghana und Autofahren in Deutschland klarmachen. Das verband ich mit einer Einladung zum Abendessen bei mir Zuhause. Meine Liebste servierte uns dazu eine Flasche Rotwein und einen riesigen Berg Spagetti.
"Ich weiss schon", meinte er nach meiner Marathonrede und fischte sich den letzten Krümel aus der Schüssel, bevor er sich abschliessend mit
dem Handrücken Mund und Wange abwischte. Die Serviette auf seinem Schoss ignorierte er; sie wollte er nicht beschmutzen.
Wir hatten eine Menge Spass an jenem Abend und das sollte sich auch während der nächsten Wochen nicht ändern. Eigentlich lachten wir bis zu seiner
Prüfung, die er ein paar Monate später mit Bravour bestand. Noch heute erinnere ich mich mit allergrösstem Respekt an seine Prüfungsfahrt. Es war bewundernswert, wie es ihm gelang, seine verspielte Mentalität zu verdrängen, um dem Perfektionismus der deutschen Obrigkeit gerecht zu werden.
Diese Mentalität lässt sich wohl am besten mit der folgenden Episode verdeutlichen, die ich mit ihm erleben durfte.
Zur selben
Zeit, als Samson seine verwegenen Runden durch unseren Ort drehte, hielt sich in unserer Stadt ein weiterer Landsmann von ihm auf. Kein Wunder also, dass sich beide kannten und einen Großteil ihrer Freizeit miteinander verbrachten.
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