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Ich sehe noch heute die bitteren Tränen, die sie vergoss, als sie mir am Abend nach der zweiten Prüfung absolut glaubwürdig ihre traurige Geschichte erzählte.
Zwei identische Beispiele muss ich noch loswerden, die uns ein weiteres Mal mit dem Problem zu enges Gesichtsfeld konfrontieren.
Beide Male haben sich Fahrschüler durch die veränderte Situation auf einer ihnen bekannten Autobahn überrumpeln lassen, und immer war es aufgrund von Baustellen, die bei unserem
Autobahntraining eine Woche zuvor noch nicht existiert hatten. Durch den fehlenden Erfahrungsschatz, der nach ein paar Autobahnstunden so gross nicht sein kann, haben sie sich von dieser veränderten
Situation nicht einmal überraschen lassen. Sie haben sie einfach übersehen. Die Baustelle war anscheinend nicht in ihr Bewusstsein vorgedrungen. Durch ihr eingeengtes Gesichtsfeld haben sie die
Geschwindigkeitsbegrenzungen ebenso übersehen wie die vorankündigenden Hinweistafeln und Absperrbaken, die zwei Fahrstreifen zu einen verschmelzen liessen.
Da die Fahrbahnverengung von links kam und den Fahrstreifen zu unserer Linken eleminierte, war alles, was sie noch sahen, der durchgehende Fahrstreifen vor ihnen. Sie
bretterten dort, wo die Geschwindigkeit bereits auf 80 km/h begrenzt war, noch immer mit 120 km/h dahin. Links und rechts vor uns nahmen die Bauarbeiter schon Lebensgrösse an. Sie waren fast neben uns und
schleppten sich mit schweren Leitplanken ab; doch meine beiden Kamikazepiloten wollten nacheinander mit unvermindertem Tempo vorbei.
In beiden Fällen sind ihnen die Scheuklappen erst abgefallen, als ich eingriff, um das Fahrzeug auf ein erträgliches Mass abzubremsen.
Wahrscheinlich haben sie diese Situation im Unterbewusstsein zwar wahrgenommen, doch hat sie das nicht zum Handeln veranlassen können. Sie blockierten, weil bei der
Prüfungsfahrt ihre Welt links und rechts von ihrem Fahrstreifen endete und ihr Horizont spätestens 50 Meter vor ihrem Automobil die Voraussicht begrenzte.
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