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 Fritz, ein Fahrlehrer,  der aus Bielefeld in unsere Gegend  südlich des Weißwurstäquators gekommen  war,  erzählt  nun  eine Geschichte aus seiner westfälischen Zeit, als alles noch ganz anders gewesen sein soll.  Willkür von Seiten der  Prüferschaft war in jenen Tagen an der Tagesordnung.

Zu den Prüfungen kam damals, Anfang der sechziger Jahre oftmals ein Sachverständiger, der durch seine Leibesfülle und seinen obligatorischen, breitkrempigen Hut fast den gesamten Fond unseres  Fahrschulautos verbaute. Der Innenspiegel war eigentlich überflüssig, denn der Betrieb in unserem Rücken war lediglich zu erahnen. Nachdem er vor der ersten Prüfungsfahrt mit aufwendigem Getue sämtliche mitgebrachten Utensilien auf dem kläglichen Rest Rückbank zurecht gelegt hatte, nuckelte er den ganzen Tag an einer übergrossen Zigarre. Neben allen möglichen Mappen fiel eine mächtige Blechdose auf, in die jede Menge belegte Pausebrote gestopft waren.

Vor  keiner  Fahrt  versäumte er es,  den Prüfling darauf hinzuweisen, dass er das,  was der Fahrlehrer ihm beigebracht hatte,  nun   schnellstens  wieder  vergessen  solle.  Denn  heute werde so gefahren,  wie er sich das vorstellte.  Dazu gehört  in  erster Linie flott zu fahren, wie er es bezeichnete, was in Wirklichkeit aber nichts anderes bedeutete, als alle Gänge voll auszufahren.  Da ich damals auf einem alten Opel P2 schulte,  waren die Fahrschüler durch die grössere Übersetzung,  die das Dreiganggetriebe brauchte,  immer ein wenig zu schnell - auch in der Ortschaft. Aber das störte den Prüfer nicht weiter,  im Gegenteil.  Dort, wo wir nun ständig  herumkurvten,  gab es eine  ganze  Reihe von Strassen mit Rechts-vor-Links- Regelung.  Er legte trotz des hohen Tempos grossen Wert darauf,  aufmerksam in diese be- vorrechtigten  Einmündungen hineinzuschauen. Als ob das etwas genutzt hätte.

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