Der Wegelagerer

Ein Paradies für  alle  Fahranfänger  ist  die Gegend  um  unsere Kreisstadt.  Unzählige beschauliche  Wege  eignen  sich  vorzüglich für die ersten fahrerischen  Gehversuche . Jeder  Schüler  kann  sich  hier  in  Ruhe  an die  Bedienung des Autos gewöhnen  und  bereits nach kürzester Zeit die wichtigsten  Griffe  beherrschen.  Ein paar scharfe,  un- übersichtliche  Kurven  allerdings  geben  diesen  ersten  Touren eine durchaus pikante Würze.

Auf einer dieser Strassen erwartet das Team im Fahrschulauto ein übler Wegelagerer, der es auf die Felgen und  Reifen  der Vorbeifahrenden abgesehen hat.  Ganz dicht am Wegesrand  harrt er seiner sorglosen Opfer.  Es ist ein etwa  dreissig Zentimeter  hoher Felsbrocken, der sich unter das Farnkraut duckt, das dort den Wegrand säumt, und der dadurch selbst dem geschulten Auge verborgen bleibt.

Meine  Fahrschülerin  kam bis zu diesem,  ihrem  ersten ausserordentlichen Erlebnis in der Welt der legalen Autofahrer, sehr gut zurecht. Sie schaltete sauber und hatte kaum  nennenswerte Probleme  mit dem Lenken. Souverän steuerte sie meinen gehätschelten  Geronimo   (diesen Namen gab meinem Auto eine ehemalige   Fahrschülerin)  wie auf Schienen  durch die Kurven, bis zu jener Linkskehre,  die im  weiteren  Verlauf immer enger wurde. Unseren Wagen trieb es immer weiter auf das flaumig anmutende Grün- zeug zu.

 

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