Männer verzaubern und manchmal auch weichkochen.

"Ohje, Claudia", dabei beugte ich mich abermals zu ihr, "steigen wir erst einmal aus und schauen wir uns den Reifen an, du wirst sehen, dass es dringend notwendig ist, wenn du heute überhaupt noch ein bisschen fahren willst."

Der  Reifen  war  platt.  Sein  Anblick veranlasste sie zu einem  theatralisch  ausge- schnaubten: "Paaahh!" dabei fächelte sie mit der rechten Hand,  wie man es macht, wenn man ausdrücken möchte: das ist ja gerade noch einmal gutgegangen.

Den Reifen habe dann ich gewechselt; nicht wir.  Die schwüle Mittagshitze  machte mir dabei ganz schön zu schaffen. Ihr schlug ich vor, sie  solle sich auf einen Baum- stumpf in den  Schatten  setzen und mir bei der Arbeit zusehen. Von meinen Hand- griffen konnte sie schliesslich auch lernen.

Sie nahm dieses Angebot  bereitwillig  an und  war nach getaner  Arbeit  sehr erfreut darüber, dass ich nicht so lange brauchte wie ein Freund von ihr,dem sie auch schon  einmal dabei  zuschauen durfte.  Wie  nebenbei erzählte sie, als ich gerade fertig war und das Werkzeug im Kofferraum verstaute:  "Weißt du,  es war fast wie beim ers- ten  Mal,  als mich mein Freund mit seiner Kiste fahren ließ ... und jetzt liegt doch dieser verdammte Brocken immer noch dort!"

Während dieser Worte hob sie gemächlich einen Kieselstein auf und schleuderte ihn mit nicht allzu übertriebener Wut in die Richtung, aus der wir kamen.

 

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