Unterrichten, zu denen er  regelmässig mit  eher  grösseren Verzögerungen  eintraf.  Er kam pünktlich  zu  spät,   und  das war das einzig Berechenbare an ihm.  Zum  Ausgleich für sein Zuspätkommen  entschädigte er uns aber stets mit einem Leckerbissen aus seinem Repertoire der  Überraschungen.  Einmal   warf  er  sogar  mit einem  hinter  dem Rücken versteckt ge- haltenen Schneeball  nach  mir.  Doch  immer wieder drängte es ihn während des Unterrichts zur  Tafel, um den unterhaltsamen Teil mitzugestalten. Mit der Kreide  malte er dann Comic- figuren zwischen meine Skizzen  und  kritzelte in die Sprechblasen Sprüche,  die nicht selten unter die Gürtellinie zielten. Er war ein begnadeter Künstler.

 Es war eine lange, aufregende Zeit. Er besuchte meine Fahrschule länger als ein Jahr.

Anfangs erwähnte ich bereits, dass ich persönlich eher Countrymusik bevorzuge. Die Klänge von Banjo und Fidel sorgten  bei mir für angenehme Entspannung bei so mancher Fahrerei. Ebenso erging es Bobby, der sich seinen Vornamen seiner Leidenschaft zuliebe abänderte. Auf meine Frage, was er denn gerne hören wolle, meinte er:

„Nur Countrymusik, falls du so etwas in der Kiste haben solltest, ansonsten verzichte ich!"

Ich fischte  eine Cassette von John Denver aus der Box und hielt sie ihm kurz unter die Nase.  Der Treffer ging ins Schwarze.  Ein  strahlendes  Lächeln  legte sich über sein Gesicht und er streckte mir seinen  hochgereckten  Daumen  entgegen,  wie es die Piloten  machen, wenn sie alles  in  Ordnung  finden.  Schon  nach  den ersten Takten kam eine ganz neue Linie in seine Aktivitäten.  Ich  hatte  plötzlich  das Gefühl, dass er eine ganze Klasse besser fuhr, als in den Stunden  davor.  Keinerlei  Hektik war mehr zu spüren, und es machte plötzlich richtig Spass, neben ihm  zu  sitzen. Später verriet er mir einmal,  dass er, den  Vorstellungen seines Vaters  zum Trotz natürlich, Trucker werden wolle.

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