|
|
Mein Fehler
Auch ein Fahrlehrer kann sich zuweilen irren. Ein Beispiel, das mir selbst passiert ist, will ich euch nicht vorenthalten.
Es ereignete sich in den Tagen, als die Motorradausbildung noch ohne Funkgeräte durchgeführt
wurde. Dadurch, dass man nicht wie heutzutage permanenten Kontakt zu seinem Fahrschüler hatte, überstürzten sich manchmal die Ereignisse.
Die Burschen, die es kaum erwarten konnten, den Hauch von Freiheit
zu erleben, mussten damals hinter dem Fahrschulauto herfahren. Es war also erforderlich, sie vor Antritt der Fahrt erst einmal zur Seite zu nehmen, um ihnen einige Verhaltensregeln einzubleuen, damit die Schulung einigermassen sicher ablaufen konnte. Ab und zu kam es jedoch vor, dass man diese Anweisungen vergass oder nicht für nötig hielt, weil man es mit einem besonders intelligenten und disziplinierten Jungen zu tun hatte.
Wichtigstes Gebot war, in jedem Fall sofort stehen zu bleiben, wenn man den Fahrlehrer aus den Augen verloren hatte, weil entweder die Ampel nach
Passieren des Fahrschulautos um-
schaltete oder sich andere Verkehrsteilnehmer dazwischendrängten. Ich erklärte meinen Fahr- schülern, dass sie beim Eintreten eines solchen Ereignisses solange zu warten hatten, bis ich wieder zu der Stelle zurückkam, an der wir uns aus den Augen verloren hatten. So geschah es natürlich auch mir einmal, dass ich einen Jungen im Rückspiegel anhalten sah, weil die Ampel zwischen unseren Fahrzeugen auf rot umgesprungen war, und er mir deshalb nicht folgen konnte. Ich fuhr um den Block und versuchte, dabei keine Zeit zu verlieren, denn ich erinnerte mich daran, bei Luis diesen so wichtigen Hinweis vergessen zu haben. Als ich nach wenigen Minuten zurückkam, war er nicht mehr da - also wartete ich. Schliesslich war es leicht möglich, dass er selbst zurückfand. Allerdings schwand meine Hoffnung von Minute zu Minute. Nach einer Viertelstunde startete ich die Suche, aber Luis war wie vom Erdboden
|