seinem Stammtisch ab und zu ein paar aufgeblähte Sprüche losgelassen, die ihn bei seinen Freunden zu einem Supertalent abstempeln mussten.

Wenn man sich solchermassen unter Druck setzt, wie unser Alfons  das getan hat, dann ist es kein Wunder, wenn  alte  Gewohnheiten  plötzlich  mit  Macht wieder durchbrechen,  weil sie sich mit den  Jahren  bereits automatisiert  hatten.  In eine solche  Situation  würde sich  auch unser  Fonse bringen,  das war mir schon nach ein paar Minuten seiner Fahrerei klar.

Nun  gibt  es in  Starnberg  eine  Einbahnstrasse, die nach einem extremen Gefälle, das enorme Anforderungen an alle Autofahrer stellt, in eine stark befahrene Quer- straße  mündet.  Am  Ende  dieser  Einbahnstrasse stehen  zwei Stopzeichen;  eins rechts und eins  links; unmöglich sie zu übersehen.

Unser Fahrer hatte sich bis dahin so recht und schlecht durchgewurstelt. Doch als wir dieses Gefälle hinunterfuhren,  wurde der Wagen immer schneller. Fonse war  momentan  so  blockiert,  dass er nicht auf die Idee kam,  herunterzuschalten, um den Motor mitbremsen zu lassen. Die Stopschilder wurden immer grösser, und sie kamen in rasantem Tempo näher. Zu allem Überfluss trat er dreissig Meter davor auch noch auf  die  Kupplung,  was uns einen zusätzlichen Schub bescherte.  Da merkte ich, wie sich mein  Wagenlenker immer mehr versteifte.  Er verkeilte sich  förmlich mit seinen stämmigen Haxen im Fussraum unseres Autos und dann brach der BEN HUR in ihm durch. Er umklammerte das Lenkrad fester und fester und versuchte  verzweifelt, es zu sich heranzuziehen, dabei brach es langgezogen und vom Schrecken gezeichnet aus ihm heraus: "Brrrrrrrr ..."

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