Ich sagte zu ihm:

„Fredl, du kaufst dir jetzt ein  Fahrrad mit zwei Stützrädern und dann lernst du zuerst das Rad fahren"; das konnte er nämlich auch noch nicht.

In den ersten beiden Fahrstunden kämpfte er damit, sich auf dem Rad zu halten. Er stieg auf der einen  Seite auf und fiel auf der anderen wieder runter. Erst nach einem Jahr konnte ich seine Ausbildung zum Radfahrer abschliessen.

Es sah wirklich grotesk aus, wie ihm da die Zunge jedesmal aus dem Mundwinkel hing,  während er sich zunächst auf abgelegenen Parkplätzen und später dann im Verkehr abstrampelte. Ich radelte in dieser Zeit ständig hinter oder neben ihm, um ihm den Rücken frei zu halten und ihn gegen andere abzusichern.

Nach diesem Jahr versuchten ich, ihn an ein Mofa zu gewöhnen. Das ging erfreulicherweise schon etwas schneller vonstatten. Nach dem Rad fahren, und dann noch einmal nach den verwegenen Ausritten auf dem Mofa, wollte  er nun aber Auto fahren.

Er war sogar schon mehrmals in Versuchung gewesen, zu einer anderen Fahrschule zu wechseln, weil er bei mir einfach nicht ans Steuer durfte. Seine Eltern schoben ihm aber stets einen Riegel vor, wenn er wieder einmal in dieser Richtung aktiv zu werden versuchte.

Endlich war die Zeit reif, mit dem Moped zu beginnen. Es bereitete uns beiden eine unsägliche Qual; aber es gelang. Knapp ein Jahr ging wieder  ins Land, bis ich ihn beruhigt auf die Menschheit loslassen konnte.

Zehn Monate später meldete er sich wieder bei mir und wollte mit dem Auto fahren. Stolz zeigte er mir den Tacho seines Kleinkraftrades.  Fünfzehntausend Kilometer hatte er in dieser Zeit schadlos überstanden. Nun war er wie besessen von dem Gedanken, endlich Auto fahren zu dürfen.

„Das Autofahren lernen wir das nächste Mal,  jetzt  versuchen  wir es zuerst mit Motorrad- fahren", enttäuschte ich ihn abermals.

Achtung, diesmal haut's hin!

Stimmt, hat hingehauen!

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