wie sich  Fredl  nach  hinten  beugte  und  dabei  seine Zunge aus dem rechten  Mundwinkel baumeln  ließ. Doch er schaffte auch diese Übung irgendwie. Die Anstrengung  war  ihm aber auch hier anzumerken;  er keuchte dabei wie eine  Dampfmaschine.  Unser  Prüfer beendete nach diesem Kraftakt zu unser  aller Erleichterung die Prüfungsfahrt und schickte Fredl einen Augenblick an die frische Luft. Dann wendete er sich mir mit resignierter Geste zu:

 „Und jetzt meinen sie, soll ich ihm wohl den Führerschein geben?"

Ich wartete einen Moment, beobachtete, wie unser Held langsam die endlose Allee entlang schlenderte und begann schliesslich damit, dem Prüfer Fredl's  Geschichte von Anfang an zu erzählen. Es war nicht einmal nötig, sie auszuschmücken, wie man es sonst bei solchen Gelegenheiten versucht, damit der Schützling ein wenig besser dabei wegkommt. In den Pausen hoffte und betete ich,  dass dies meine letzte Fahrt mit ihm gewesen sei. Die Geschichte war so phantastisch, dass der Prüfer voller Mitgefühl unterbrach und sagte:

„Okay, er soll wieder einsteigen". Doch Fredl war nicht mehr da.

Inzwischen hatte er schon das Ende dieser ewig langen Straße erreicht. Ich turnte schnell auf den Fahrersitz und schickte mich an, dieses Genie einzuholen, bevor es sich der Prüfer noch einmal anders überlegen konnte. Kurz bevor er in einer Seitenstrasse zu verschwinden drohte, erreichten wir ihn, und ich konnte mit einem Seitenblick über die Schulter erkennen, dass der Prüfer den Führerschein bereits aus dem Fenster hielt und ihm damit zuwinkte.

Eine Odyssee war zu Ende gegangen. Sechs lange Jahre; doch nun war es geschafft. Ich war in diesem Moment sehr glücklich, denn Fredl war mir in all der Zeit wie kaum ein anderer ans Herz gewachsen.

Am Abend hockten wir gemeinsam an der Theke und genehmigten uns, zur Feier des Tages, ein paar Drinks.

 

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