Möglicherweise überfällt euch andererseits zuweilen das Gefühl, euer Fahrlehrer will euch schikanieren.

 

Oder euch kommt der  Gedanke,  jetzt ist er nicht mehr ganz richtig im  Kopf.  "Was soll denn das jetzt wieder?  Gestern noch,  so werdet ihr einwenden, musste ich hier so fahren, und heute will er es ganz anders haben. Zuvor musste ich z.B. zum Links- abbiegen viel weiter nach vorne fahren, als er es diesmal von mir verlangt. Da soll sich einer auskennen."

Mit  diesem  Problem  sahen sich auch  meine  Fahrschüler  konfrontiert.  Sie  wollten lange Zeit nicht einsehen, dass man hundertmal  eine  bestimmte Stelle  befahren  und dabei unter Umständen hundertmal ein wenig variieren muß.

Sobald nun einmal  Menschen  an irgendwelchen Aktionen beteiligt sind, gleicht keine Situation der anderen; auch wenn es sich auf den ersten Blick um die  selben  Voraus- setzungen handelt.  Immer wieder kommt es  deshalb vor,  dass man  von bestimmten Verhaltensweisen  abweichen  muss, weil  sich  die anderen  Verkehrsteilnehmer  auch ständig anders verhalten.

Es hat also absolut nichts damit zu tun,  dass euch der  Fahrlehrer  verrückt  machen will. An euch liegt es vielmehr nun, jede Entscheidung mit einem guten Gefühl für die jeweiligen Umstände zu treffen.  Dressierte Verhaltensweisen eignen sich nämlich nur für  Tiere,  die im Zirkus oder sonstwo ihre Kunststücke vorführen.  Dressur  im heu- tigen  Strassenverkehr ist  jedoch  unmöglich,  obwohl  sie bei manchen Fahrschülern leider immer wieder als letzter verzweifelter Versuch praktiziert wird.

 

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