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Ich selbst habe es noch nicht erlebt, aber mein Freund Bernhard - ebenfalls Fahrlehrer - schilderte mir einen Fall, dem er durch Nachfragen auf den Grund
ging. Ihm war aufgefallen, dass seine Fahrschülerin bei ihrer Prüfungsfahrt wie in Trance agierte. Sie schlich gemächlich durch die Stadt, beschleunigte wie eine Wanderdüne und zeigte Reaktionszeiten gleich denen eines Schachspielers. Gedanklich schien sie vollkommen abwesend. Er erkannte sie nicht wieder.
Wie sich später herausstellte, war ihre Mutter Apothekerin, die der Tochter vor jeder Prüfung ein Beruhigungsmittel verabreichte. Die Auswirkungen derartiger Mittel machen sich
natürlich bei den Anforderungen einer Führerscheinprüfung anders bemerkbar, als wenn man in der Schule an seinem Tisch sitzt, am Füller nuckelt und gelegentlich einen
Satz zu Papier bringt. Ich kann euch nur den Rat geben, verzichtet in diesem Moment auf beruhigende oder stimulierende Substanzen, auch wenn sie als noch so harmlos eingestuft werden. Noch dramatischer wird es, wenn nach härteren Unterstützungen gefingert wird; wenn man einen Joint rauchen oder sich eine Spritze setzen muss, damit man sich in der Lage fühlt, einen solchen Tag zu überstehen. In dem Moment ist alles zu spät, denn der Prüfer merkt das sofort. Ein ehemaliger Fahrschüler hat es einmal darauf ankommen lassen, aber seine Prüfungsfahrt wurde schon nach wenigen Minuten abgebrochen. Der Vermerk in seinen Unterlagen hat sich nicht sehr positiv auf seine weiteren Pläne ausgewirkt. Ich glaube, er hat bis heute noch keinen Führerschein erhalten.
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