Die Prüfung: Was mich erwartet und wie ich mich mental                                                        darauf einstelle.

Fast alle Fahrschüler quält vor ihrem großen Tag  der  Gedanke:  was will der Sachverstän-  dige während einer Prüfungsfahrt eigentlich sehen?

Auf jeden Fall werden keine Kunststücke von uns erwartet. Wir sollen ihm lediglich zeigen, dass wir uns sicher und gewandt im heutigen Straßenverkehr bewegen können;  so einfach ist das. Und damit wäre eigentlich auch schon alles gesagt.

Auf gar keinen Fall zeugt es von Können,  sich mit hoher  Geschwindigkeit,  ohne Feindbe- rührung, durch einen Engpass zu quetschen.  Es beweist eher mangelnde Übersicht und ein schlechtes Augenmass.

Leider muss man als  Fahrlehrer immer wieder solche oder ähnliche Situationen durchleben, die nichts  anderes bewirken,   als dass sich bei allen Mitreisenden die Nackenhaare aufstel- len.  Die Prüflinge  fahren dabei viel zu schnell und nur eine  Handbreit an parkenden Fahr- zeugen oder  anderen  Hindernissen vorbei  und  sind  dabei  auch noch der  Überzeugung,  damit  ihre  Klasse  unter Beweis zu stellen.  In  Wirklichkeit  verhält es sich so, dass sie in diesem   Moment vor  lauter  Unsicherheit  nicht  rechtzeitig wussten,  was zu tun gewesen wäre;  und dass sie  überhaupt keinen  Schimmer  davon  hatten,  wie knapp sie soeben an einer Katastrophe vorbeigeschlittert sind.

Ein  Autofahrer,  der die nötige  Übersicht und  Voraussicht besitzt,  würde sich niemals auf derart gewagte Manöver einlassen.  Er würde einfach rechtzeitig stehen bleiben und abwar- ten,  bis sich die  Situation für ihn soweit  verbessert hat, dass er  ungefährdet  weiterfahren kann.  Fahrschüler aber gehen immer wieder auf ein solches Vabanquespiel ein.  Sie fürch- ten, ein Zögern könnte ihnen in solchen Szenen als  Unsicherheit ausgelegt werden.  Dieses Verhalten  ist oft dann  festzustellen,  wenn sie von den besonderen Umständen ihrer Prüf- ung überrascht werden.

Was soll das denn nun bedeuten, werdet ihr vielleicht jetzt denken, wie kann man denn von einer  Prüfung  überrascht werden?  Man weiss doch schon  rechtzeitig vorher davon.  Das, meine Freunde, soll auch nicht damit gemeint sein.  Es hat vielmehr etwas mit der mentalen Vorbereitung auf dieses Ereignis zu tun.

 

Wer ist denn das herzige Bübchen, das heute bei uns mitfährt?

Doppel 49+

Doppel +50

Oh ... das hätte ich beinahe vergessen. Das ist Herr Brummer, dein Prüfer!

Weiter im Text