|
![]()
|
Sicher könnt ihr euch noch daran erinnern, welche Quälereien
ihr dabei auf euch ge- nommen habt, bis ihr sagen konntet, jetzt läuft es einigermassen gut. Mit jeder Stunde, die wir auf den Skiern standen, gewannen wir mehr Sicherheit und haben uns dadurch mit jeder Abfahrt leichter getan. Wir trauten uns immer mehr zu, je weiter wir in die Sache hineinwuchsen. Ich glaube, die Parallelen sind hier kaum zu übersehen. Während beim Ski fahren aber in erster Linie unsere körperliche Fitneß und Geschicklichkeit gefragt sind, werden beim Auto fahren in hohem Maße unsere Beobachtungsgabe und unsere Koordinationsfähigkeit gefordert. Man muß alle Eindrücke sammeln und dementsprech- end seine Entscheidungen treffen.
Vor vielen Jahren durfte ich ein schon
etwas älteres Mädchen ausbilden, das vorher aus- schliesslich als Fußgängerin am Verkehrsgeschehen teilgenommen hatte. Noch nie war sie mit dem Fahrrad, geschweige denn mit einem Mofa gefahren.
Es war
ziemlich am Anfang der Ausbildung, als ich sie fragte, wieviele Stunden sie ihrer Meinung nach wohl brauchen werde? Auf diese Weise lässt sich bisweilen feststellen, mit welchen Vorstellungen und Erwartungen die Leute in ihre Führerscheinausbildung gehen. Sie antwortete: "So um die zwanzig werde ich schon brauchen, aber mehr nicht, denn ich fahre ja schon seit über vierzig Jahren bei meinem Mann mit. Dem habe ich immer ganz genau auf die Finger geschaut, wie das geht!"
Leider mußte ich in den folgenden Fahrstunden ihre Euphorie ein wenig bremsen. Nach- dem sie nun sah, dass mitfahren und selbst
fahren zweierlei Paar Stiefel sind, konnte ich ihr auch erklären, dass die Erfahrung gezeigt habe, dass ihre Voraussetzung, sechzig Jahre nur Fussgängerin gewesen
zu sein, mehr als ungünstig sei. Sie solle deshalb auch nicht enttäuscht sein, wenn wir etwas mehr als 20 Stunden bräuchten.
Sehr schnell revidierte
|